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Gitarrenbauliteratur Teil 3

Risiken und Nebenwirkungen

  1. Lesen kann süchtig machen, und die Erläuterungen in den leider nur kurz besprochenen Büchern decken nie alle Verfahren und Kniffe der Gitarrenbauer auf. Wenn man sich an das Abenteuer des Gitarrenbaus wagt, sollte man sein Heil lieber in vielen statt in einem Buch suchen und die beschriebenenVerfahren vergleichen. Jeder Luthier hat seinen eigenen Stil und seine Selbstverständlichkeiten, die er im Buch ausläßt.Deshalb der Rat: Laßt viele Buch um euch sein.

  2. Auch wenn man schon Erfahrung im Umgang mit Holz und entsprechenden Werkzeugen hat: Es ist eine andere Welt, in die man sich mit dem Instrumentenbau begibt. So sollte man den Rat ernst nehmen: Baue deine erste Gitarre unter der Anleitung eines erfahrenen Meisters. Danach werden die Buch viel verständlicher erscheinen. Kurse werden immer angeboten: So zum Beispiel bei der Werkstatt Resonanz oder im August in der Nähe von Zagora von Romanillos und seinem Sohn. Wenn diese Möglichkeiten alle ausscheiden, sollte man sich zumindest bei einem Gitarrenbauer in der Nähe des Rates versichern. Aber bitte den Meister nicht durch zu viel Penetranz verärgern.

  3. Die besprochenen Buch sind keine Paperbacks und müssen aus den USA oder England importiert werden. Die Preise sind entsprechend hoch, aber in einigen Fällen durchaus 'preiswert'. Die Beschaffung macht in vielen Fällen Probleme, und der örtliche Buchhandel mit seinen Großistenist meist überfordert und verlangt im Erfolgsfallemit monatelangen Wartezeitenerkleckliche Gebühren. Wenn die Buch nicht im Laden nebenan vorrätig oder im Musikhaus Trekel verfügbar sind, empfiehlt sich der Blick in www. amazon.com. Dort wird ein Teil der Buch zum OriginalpreisDollarkurs ohne Portokosten angeboten. Unschlagbar, besonders wenn der eigene Buchhändler entnervt empfiehlt, bei ihmsolche Buch nicht mehr zu bestellen!

  4. Die Werkzeuge, auch wenn sie in den Abbildungen alle mechanischaussehen, sind nicht billig. Auch wenn der örtliche Baumarkt das ein oder andere Schnäppchen anbieten sollte, macht es sich bezahlt, auf Qualität zu achten. Will sagen: Eine Grundausstattung kann durchaus um die 1000 Euro kosten. Dafür hat man aber auch Spaß ohne Ende.

  5. Die Materialien für eine Gitarre(Holz, Kleinteile und Mechaniken) sind auch nicht umsonst. Da man nicht unbedingt Apfelsinenkistenoder Europalettenverarbeiten will, sondern die Gitarre gut aussehen und klingen soll, muß man gutes und schönes Holz verarbeiten. Man sollte je nach Ausstattung incl. der Mechaniken zwischen 150 – 250 Euro einplanen.

  6. Time is money, aber nicht beim Hobby. Man arbeitet nicht so schnell, man ist unsicher, man hat wenig durchgängige Zeit zur Verfügung, und man muß präzise arbeitenund darf nicht schludern. Wenn man diese Faktoren berücksichtigt, wird man mindestens 150 bis 200 Stunden für den Bau einer Gitarre benötigen. (Wer es schneller schafft, darf sich freuen.) Dies bedeutet für den normalen Arbeitnehmer, daß eine solche Gitarre zum Jahresprojektavanciert.

  7. Die Erfahrungen und das Wissen, das ein Gitarrenbaumeister sich in Jahrzehnten angeeignet hat, kann man nicht durch ein paar Buch in drei Wochen erlesen. Die Erfahrung kommt erst bei der Arbeit. Somit wird die erste nachgebauteHauser-Gitarre nicht wie Hauser klingen können. Aber sicher bei genügend Sorgfalt besser als die Industriegitarrevom Kaufhaus sein. Und wer Trost und Zuspruchbraucht, sollte sich im Internet umschauen: Viele professionelle und Hobby-Gitarrenbauer haben ihre Erfolge und Misserfolge getreulich in Text, Bild und Ton dokumentiert. Sie bilden eine Informationsquelle die immer wichtiger wird.

  8. Wichtig ist:
    - daß es Spaß macht mit Holz zu arbeiten
    - sein Instrument selbst zu planen
    - eigene Ideen umzusetzen
    und bis zum Schluß zu warten, bis die letzte Saite aufgezogen ist und dann:
    mit seiner eigenen Gitarre zu spielen.

  9. Do it yourself, but take your time.

 

 

 
 
Hajo Dezelski
 
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